Stuntman zu werden ist kein gerader Weg — es gibt keine feste Ausbildung, keinen einheitlichen Abschluss, keine Garantie. Was es gibt, sind jahrelange Vorbereitung, körperliche Disziplin und das richtige Netzwerk. Ilian Simeonow erklärt, was es wirklich braucht.

Die wichtigste Wahrheit zuerst

In Deutschland gibt es keinen anerkannten Ausbildungsberuf "Stuntman". Es gibt keine Schule, die man besucht, und nach drei Jahren mit einem Zertifikat nach Hause geht. Der Weg führt über sportliche Exzellenz, artistisches Können und — vor allem — Netzwerk.

Das bedeutet: Wer Stuntman werden möchte, muss zunächst in einer (oder mehreren) körperlichen Disziplinen wirklich gut werden. Erst dann beginnt der eigentliche Weg ins Stuntwesen.

Körperliche Voraussetzungen

Stuntarbeit erfordert einen kontrollierten, trainierten Körper. Die Grunddisziplinen, aus denen Stuntmen kommen, sind vielfältig:

  • Kampfsport — Tae Kwon Do, Karate, Jiu-Jitsu, MMA, Boxen
  • Turnen und Artistik — Trampolin, Bodenakrobatik, Parcours, Free Running
  • Reitsport — Galoppieren, Westernreiten, Voltigieren
  • Klettern — Industrieklettern, Abseilen, vertikale Stunts
  • Schwimmen — Unterwasser-Stunts, Tauchgänge
  • Motorsport — Motorrad, Auto (für spezialisierte Fahrzeug-Stuntmen)

Ilian selbst kam über die Artistik: 5½ Jahre Ausbildung an der Staatlichen Ballettschule Berlin, Schwerpunkt Trampolin. Diese Körperkontrolle, das räumliche Denken, das Timing — das ist die Grundlage, auf der er seine Stuntkarriere aufgebaut hat.

Der erste Schritt: Exzellenz in einer Disziplin

Man beginnt nicht mit "Stuntübungen" — man beginnt mit dem Sport, der einen begeistert, und treibt ihn so weit, dass man darin wirklich außergewöhnlich gut ist. Ein mittelmäßiger Kämpfer wird kein guter Stuntman. Ein wirklich guter Kampfsportler, Turner oder Reiter hat Chancen.

Die Empfehlung von Ilian: Suchen Sie sich eine oder zwei Disziplinen, die Ihnen liegen, und investieren Sie Jahre in die Perfektion. Erst wenn Sie dort auf einem professionellen oder semiprofessionellen Niveau sind, denken Sie an den nächsten Schritt.

Kampfchoreographie lernen

Kampfchoreographie ist das Herzstück vieler Stuntjobs — ob für Film, Theater oder Show. Es geht darum, gefährlich wirkende Kämpfe so zu gestalten, dass niemand verletzt wird, aber die Illusion perfekt ist.

Kurse in Kampfchoreographie bieten spezielle Schulen und Studios an. Auch Theaterschulen haben oft entsprechende Fächer. Diese Ausbildung ist unerlässlich, wenn man in Film und Theater arbeiten möchte.

Das Netzwerk

Kein Stuntman findet seine ersten Jobs über eine Jobbörse. Die Branche funktioniert über persönliche Empfehlungen, über Stunt-Koordinatoren, die bekannte Gesichter buchen, über Stunt-Teams, in die man aufgenommen wird.

Der Weg dorthin: Sichtbarkeit. Auftritte bei Festivals, Shows, Theatern — wo immer Ihr Können gesehen werden kann. Kontakt zu Stunt-Koordinatoren und erfahrenen Stuntmen. Eventuelle Assistenzstellen oder Statisten-Rollen, die den Fuß in die Tür bringen.

Sicherheit und Demut

Stuntarbeit ist gefährlich. Das ist keine Übertreibung und kein Romantizismus. Stuntmen sterben bei Unfällen, wenn Fehler passieren. Deshalb ist professionelle Stuntarbeit geprägt von einem hohen Maß an Sicherheitsbewusstsein, genauer Vorbereitung und der Demut zu wissen, was man kann — und was nicht.

Ilian's Rat: Übernehmen Sie niemals einen Stunt, den Sie nicht vollständig kontrollieren können. Reden Sie mit dem Stunt-Koordinator, proben Sie ausgiebig, nutzen Sie alle verfügbaren Sicherheitsmittel. Heldenmut am Set ist kein Mut — er ist Fahrlässigkeit.

Wenn Sie Fragen zu einer Karriere im Stunt- oder Artistikbereich haben, können Sie Ilian direkt kontaktieren. Er beantwortet seriöse Anfragen gerne.

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